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Wie ich wurde, was ich bin: Mein Weg zur SEKUNDÄR-SCHiCKse

Mein WAS

Viele kleine und große Momente, Begegnungen und Wendungen haben mich zu meinem heutigen WAS geführt. Doch WAS bin ich heute eigentlich? Und WAS wollte ich als Kind immer werden? Diesen Fragen versuche ich heute mal nachzugehen. Ein paar davon werden nachfolgend sogar beantwortet – einige bleiben vielleicht noch offen …

Als Kind hatte ich eigentlich nie den konkreten Berufswunsch. Alle um mich herum wussten schon im Kindergarten tolle Berufe, die sie gern mal ausüben wollten. Allerdings änderte sich das bei denen auch ständig. Und Klein-Sigrid hat, wenn wieder mal die Fragen nach dem Berufswunsch aufkam, am liebtsten mit den Bauklötzen gebaut oder einfach gemalt.

Irgendwann spielte die Musik eine immer größere Rolle in meinem Leben. Und da ja alle einen Berufswunsch hören wollten, sagte ich nun: Opernsängerin.

Doch daraus wurde leider nie etwas. Schon im Kinderchor wurde mir immer vor meinen Soloauftritten vor lauter Aufregung ganz übel. Schließlich kam es nur zu einem einzigen krächzenden Solo-Part von mir.

Naja, und meine Familie war von diesem Berufswunsch auch nicht begeistert: „Kind, lerne doch lieber was Richtiges und Handfestes!“

Sigrid als Kleinkind, zum Schulanfang und als Teenager

Meine Stationen

  1.  Schon sehr früh war mein besonderer Geschmack Kleidung betreffend auffällig
  2. Als Schulmädchen fing ich an, aus den Reparaturflicken, die der Kleidung damals noch beigelegt waren, Schönes für meine Puppen zu nähen. Das war leider nicht immer so erfolgreich: die coolen Cordstiefel, die ich für meine Gerda genäht hatte, waren leider einer quer und der andere längs gerippt! 😱
  3. Mein Leben lang begleitet mich das eine Thema: ich hatte NIE das Richtige anzuziehen! Ständig gab es Diskussionen mit meinen Eltern, was ich anziehen sollte. Und meist musste ich die Kleidung meines großen Bruders auftragen. Das fand ich zunächst gar nicht so cool!
  4. Viel lieber wühlte ich in den alten Kleiderkisten auf dem Dachboden meiner Großeltern, im Verkleidekoffer meiner Eltern oder direkt in deren Schränken. Dort fand ich tolle, oft ungwöhnliche Teile, die ich gern einfach angezogen hätte – und zum Teil auch einfach angezogen habe. Das kam nicht immer gut an! 🤡
  5. Ich konnte nicht nähen, hatte aber öfter bei Oma und Mutti zugesehen. Dann brachte mir vieles selbst bei: ich trennte Kleidungsstücke auf, um zu sehen, wie diese genäht sind. (Diese Nähte musste ich anschließend allerdings auch wieder schließen.)
  6. Aus der „Not“ heraus wurde ich kreativ: denn es gab ja (in der DDR der 80er Jahre) kaum was zu kaufen: weder schicke Kleidung noch tolle Stoffe. Ich sammelte alles Textile, um daraus etwas zu nähen: z.B. die Lappen, mit denen die Fernsehgeräte im Laden meiner Mutti eingepackt waren. Und ich färbte Bettlaken mit Autolack oder Ausziehtusche. Anstelle von Vieseline verwendete ich Putzlappen. Dann habe ich angefangen, für mich zu nähen: mein erstes Projekt war eine Schultasche aus Bettlaken und Scheuerlappen. Allover bekleckst mit schwarzer Ausziehtusche. Bald folgten eine Hose aus Bettlaken und eine Bluse aus Omas Vorhängen. Das kam bei meinen Mitschüler*innen gut an, und sie fragten immer wieder: kannste mir das auch nähen? Nö, wollte ich nicht – aber ich kann Dir zeigen, wie das geht! ✂️
  7. Aber eigentlich hatte ich ja keine Ahnung, ich hatte mir nur ein paar Nähtricks selbst beigebracht. Damals gabs es noch kein YouTube & Co. Doch da gab es diesen Nähkurs an der Schule, der leider immer sehr schnell ausgebucht war. Aber Klein-Sigrid blieb hartnäckig und nach über einem Jahr war ich auch dabei. In diesem Kurs habe ich mir meine erste Jacke genäht, aus gekauften schwarzem Stoff und gefüttert: eine leichte Bomberjacke mit großen Blasebalgtaschen (das war damals the latest shit!).
  8. Dann kam das Thema Ausbildung auf mich zu. Ich wollte irgendwas kreatives studieren, wusste aber noch nicht genau, was. Das Problem wurde schwerer, weil ich (aus politischen Gründen in der DDR) nicht zum Abitur zugelassen werden sollte. Also erst mal eine Ausbildung machen. Und da ich schon etwas nähen konnte und dies auch ein überaus praktischer Beruf ist, wurde ich Damenmaßschneiderin.
  9. Oh, diese Ausbildung war nicht leicht für mich. Immer wenn wir freie Arbeiten abliefern sollten, die dann von der Lehrmeisterin benotet werden sollten, sagte diese süffisant: „über Geschmack lässt sich streiten!“ Dabei hatte ich ja immer noch den Wunsch, ein kreatives Studium anzuschließen.🥳
  10. Ok, für das Studium brauche ich aber Abitur. Als Plan B hatte ich mich bereits während der Ausbildung zu einem Abend-Abitur-Kurs an der Volkshochschule angemeldet – inklusive der Bestätigung meiner Ausbildungsstätte, die dazu notwendig war. Doch dann kam es anders: im Herbst 1989 standen viele politische Veränderungen an. Bald gab es meinen Ausbildungsbetrieb nicht mehr. Und kurz darauf gab es auch das Land, in dem ich aufgewachsen war, nicht mehr!
  11. Ich brauchte also einen neuen Lebensplan. Nach einigem Hin & Her konnte ich meine Prüfungen zur Damen-Maßschneiderin bei der Handwerkskammer ablegen. Und ich holte das Abitur auf einer Fachoberschule nach (also das Fachabitur). Und nun standen mir einige Wege offen. Was sollte ich denn nun studieren: Grafik-Design? Oder Kommunikations-Desgin? Oder Kostümbilderei? Tja, leider standen mir nun doch nicht so viele Wege offen: ich hatte ja „nur“ ein Fachabi (ich wusste damals ja gar nicht, was das ist). Und außerdem sollte ich meine Zeugnisse aus der DDR noch kostenpflichtig beglaubigen lassen (aber das führt uns hier zu weit weg vom eigentlichen Thema). Da die genannten Studengänge an der Wunschhochschule noch im Aufbau waren, fiel meine Studienplatzwahl auf Modedesign.
  12. Nun begann also mein Studium zur Bekleidungs-Gestalterin (FH) an der FHTW Berlin. Hier waren meine bisherigen Ideen auf einmal gar nicht mehr so verrückt. Im Gegenteil: als Mädchen einer ostdeutschen Kleinstadt durfte ich lernen, was Design überhaupt ist und erhielt einen Einblick in die bunte Welt der Mode. Doch meine Affinität zum Theater/ der Oper war nicht erloschen. Neben dem Studium versorgte ich einige Off-Theater-Projekte mit passenden Kostümen. Und so lag es nahe: in meiner Diplom-Arbeit stattete ich eine zeitgenäßige Adaption der Oper Carmen mit Kostümen aus.
  13. Jetzt war ich diplomierte Mode-Designerin. Hurra – die Welt wartet auf mich. NICHT! Mein Einstieg ins Modebusiness war alles andere als leicht. Nach hunderten Bewerbungen folgte dann endlich das Angestelltendasein. Doch war ich eine gute Angestellte? Wollte ich nicht lieber selbständig arbeiten? Oder doch erst einmal Erfahrungen sammeln? Es dauerte 10 bittere Jahre (das erzähle ich vielleicht an anderer Stelle mal genauer), bis ich eine Entscheidung traf. Ich konnte und wollte nicht mehr so weiter machen. Aber ich war wohl noch nicht so weit. Also folgte Plan B wie Baby. Daraus wurden 2 entzückende Kinder und 2 Jahre später konnte ich eine Entscheidung treffen.
  14. Im Jahr 2010 entschloß ich mich (damals noch mit einer Freundin und Kollegin), mit Upcycling-Workshops meinen Weg zu gehen. Das war die Geburt von SEKUNDÄR-SCHiCK. Doch der Anfang war leichter gedacht als getan: kein Mensch verstand, was wir da so anboten, Und das Wort Upcycling war damals noch gar nicht präsent. So waren wir kurz davor, das Ganze wieder in die Versenkung zu schicken. Aber was sollte ich denn sonst machen? Ich konnte ja nur „Mode“! Und ich hatte ja schon immer „aus Schei*e Bonbons gemacht“. Also entschloß ich mich, alleine weiter zu machen.
  15. Nach und nach entwickelte ich immer mehr Workshop-Ideen. Diese bot ich in Schulen, auf Festen oder der Volkshochschule an. Langsam wurde daraus mein solides Einkommen. Ich war ständig ausgebucht. Für etwa 5 Jahre hielt ich Vorlesungen für angehende Modedesigner*innen an der HTW Berlin (an der ich auch studiert hatte). Ohne dass ich jemals einen konkreten Plan verfolgt hatte lief es irgendwie.
  16. Doch dann kam Corona! Von heute auf morgen waren alle Veranstaltungen abgesagt. Mein Einkommen sank auf genau 0€. Da fiel mir wieder ein, dass ich ja schon länger darüber rachdachte, auch Online aktiver zu werden. (mehr darüber habe ich in meinem Jahresrückblog 2021 geschrieben). In diesem Zuge gestaltete ich meine Webseite komplett neu. Leider habe ich es technisch nicht hinbekommen, meine bisherigen ca 350 Blogbeiträge mit rüber zu retten. Nun muss ich also Neues schreiben. 📝
  17. Nach 2 Jahren Pandemie konnte ich mich neu erfinden, habe mein Profil geschärft und bin dabei, eine richtige Unternehmerin zu werden. Soll heißen: ich lege Ziele fest und plane meine nächsten Schritte. Ich investiere in mich und meine Weiterbildung, nicht nur wie bisher fachlicher Art, sondern auch in sogenannte Soft-Skills. Ich arbeite an meinem „Mindset“ und wachse geistig. Hihi, mit dem Körperwachstum war ich ja nicht ganz so erfolgreich! Und ich muss lernen: ein Online-Busines aufzubauen dauert fast genauso lange wie bei einem Offline-Business.
  18. Als nächsten großen Schritt sehe ich meine Atelierauflösung als Chance für einen Neuanfang: in meinem zukünftigen kleinen „Kreativ-Studio“ werde ich fokussierter an Workshops arbeiten und vermehrt Online-Formate anbieten. Für Veranstaltungen ist dann voraussichtlich kein Platz mehr. Aber wie heißt es doch so schön: die Brillianz des Meisters zeigt sich in der Begrenzung der Mittel!
  19. Und ich darf es hier schon mal verraten: im ketzten Quartal diesen Jahres 2022 werde ich sozusagen als „Artist in residence“ den Osten unserer Republik unsicher machen: ich verbinge 3 Monate in Görlitz und versuche, mit dort ansässigen Akteuren gemeinsame Projekte zu entwickeln. Stay tunded!
lachende Sigrid im roten Karussel auf einem Spielplatz

WAS bin ich?

Kreative Chaotin, Schneiderin, Designerin, Workshopleiterin, Ideengeberin, Mode-Botschafterin, Verrückte, Animateurin, Künstlerin …

Das alles in vorhandene Worte zu formulieren, scheint mir zu eng gefasst. Deswegen nenne ich mich einfach die SEKUNDÄR-SCHiCKse Sigrid.

Die Anregung zu diesem Blogthema erhielt ich von Judith (Sympatexter), die eine wahre Blog-Expertin ist. Vielen vielen Dank dafür!

Meine Arbeit beginnt da, wo andere Sachen wegwerfen.
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Mini-Live-Workshop

Modisch gekleidet sein, ohne ständig neu zu kaufen.

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